h. quynh nguyen

January 07, 2018

Wir sprachen über alles, aber nicht über das.


"Ich wusste gar nicht, dass du sowas schaust.", sage ich und stütze meinen Kopf auf meinen Armen ab während ich dich dabei beobachte, wie du eine Zigarette drehst. Ich liege auf deinem viel zu großen Bett in deinem viel zu kleinen Zimmer und fühle mich irgendwie Zuhause. Du hast das Fenster geöffnet, das nun die kühle Nacht herein lässt und ich ziehe die Decke weiter über meinen Körper. "Nicht so oft", sagst du ohne deinen Blick von der kleinen Papierrolle in deiner Hand zu lösen. "Ich hab nur den einen gesehen und dachte, der könnte dir auch gefallen." Ich lache als Antwort kurz auf, schaue dir aber weiter dabei zu, wie du dein kleines Werk vollendest. Ich denke daran, wie es mich stören würde, wären wir zusammen. Rauchen ist total der Minuspunkt an einem Typen, habe ich immer zu meinen Freundinnen gesagt, wenn wir den üblichen Beziehungsmist bequatscht haben. Vielleicht stört mich das deshalb nicht an dir. Weil wir in keiner Beziehung sind. Und weil wir keine Zukunft haben. Weil wir uns in einigen Wochen wahrscheinlich zum letzten Mal sehen werden. Vielleicht ist es deshalb so einfach mit uns. Vielleicht bedeutet mir das hier deshalb nicht so viel. Alles, was wir jetzt machen wird bald nur eine Erinnerung sein. Du wirst bald nur eine Erinnerung sein. Also beginne ich, mir jedes Detail einzuprägen. Angefangen mit den ganzen Klamotten, die auf deinem Wohnheimzimmerboden verstreut liegen über solche unbedeutenden Unterhaltungen von irgendwelchen Filmen, die du dir irgendwann mal angeschaut hast, bis hin zu dir. Dein ehrliches Lächeln, wenn du mir versicherst, dass alles okay ist. Deine dunklen Locken, die dir mittlerweile zu lang gewachsen sind. Oder deine ganz anderen Weltanschauungen, die mich meine hinterfragen lassen. Ich frage mich, ob du jemand wärst, in den ich mich verlieben könnte. Vielleicht, denke ich mir. Vielleicht aber auch nicht, denke ich mir. Und draußen hört man ein Auto am Haus vorbei fahren.

December 31, 2017

Suddenly I felt alive, it was strange.



Und nun sieht doch alles sehr anders aus, und irgendwie auch nicht. Und hätten sich im letzten Post nicht doch noch ein paar übrig gebliebene Menschen gefunden, hätte ich das hier auch nicht geschrieben. Aber es sind doch welche da und da dachte ich, die verdienen wenigstens zu hören, was das jetzt wird und, vor allem, was sie nicht erwarten dürfen. So zum Neujahr denke ich immer zu viel nach und über das hier habe ich mir lange den Kopf zerbrochen. Warum ich nicht aufhören kann, immer wieder zurückzukommen. Warum es mit dem privaten Blog nicht funktioniert hat. Was mich erst zum Gehen bewegt hatte. Und schließlich glaube ich zu meinen, die Antwort gefunden zu haben.

Warum ich immer wieder komme: Seit 2010 auf dieser sterbenden Plattform zu irren macht etwas mit einem. Ich bin hier erwachsen geworden, ich habe hier wunderbare Menschen kennen gelernt, von denen ich viele auch wieder verloren habe. Ich habe hier meine Gedanken ausschütten können und es hat sich lange angefühlt als wäre das okay so. Das vergisst man nicht. Und man vermisst es.

Warum es nicht funktioniert hat, für mich allein zu schreiben: Das ist mir erst klar geworden kurz bevor ich den Entschluss gefasst hatte, offiziell wieder zu kommen. Der selbe Grund, warum ich vor vier Jahren weiter geschrieben habe, obwohl meine Worte gegen mich verwendet wurden. Es hat etwas befreiendes, einen Text zu posten. Es privat zu machen hieß, sie wieder in sich rein zu fressen. Und das war das komplette Gegenteil von dem, was ich immer gewollt hatte. Aber wenn man sein Herz in seine Texte legt, tut es unfassbar weh, wenn sich andere über diese lustig machen. Es hat ziemlich geschmerzt, aber dieses kleine Gefühl von Freiheit hat süchtig gemacht. Ich bin nie darüber hinweggekommen.

Was mich zum Gehen bewegt hatte: Ich habe mich immer weiter vom Schreiben zurückgezogen. Habe andere Formen gefunden, die nicht so sehr weh taten. Habe meine Texte in englische Form gebracht, weil ich dadurch eine Distanz aufbauen konnte, die man nicht so einfach angreifen würde. Das hier war ein Foto-Blog. Genauso wie auf Instagram. Oder Facebook. Oder Tumblr. Das hier war nichts besonderes mehr, nur eines von vielen.

Und was sich nun ändern wird? Ich habe hier aufgeräumt. Ein bisschen über gemalt. Ein paar Bilder abgehängt. Das hier soll ganz unabhängig von anderen Kanälen sein. Hier bin ich nicht mehr die offizielle Quynh, die über die Einzelheiten ihrer Fotos spricht. Hier bin ich wieder die Quynh, die ihre Gedanken ausschüttet, Momente festhält und immer noch herausfinden will, was dieses Leben eigentlich ist. Und die Quynh, die Kontra entgegenstehen will, weil sie glaubt, ein stärkerer Mensch geworden zu sein. Es werden immer noch Fotos da sein, aber nicht mehr die durchdachten. Deswegen bin ich nicht zurückgekommen (auch wenn ich weiß, dass viele deswegen da waren). Es werden wieder Schnappschüsse belebt und ganz schlechte, chaotische Momentaufnahmen. Aber das ist okay. Weil man die anderen Fotos, zusammen mit den üblichen Beschreibungen, immer noch auf Instagram sehen wird. Meine englischen Texte und Filme immer noch auf Youtube verarbeitet werden. Das hier wird wieder für mich sein. Und das ist gut so. Also nochmal. Hallo an alle, die noch mitlesen. Ich wünsche uns ein verdammt schönes neues Jahr.

December 28, 2017

SURPRISE SURPRISE


I don't know if everyone already unfollowed me on this blog but it's been three months and my really indecisive ass is missing to write on here, so I just thought that I'll be posting this short note and look how dead this site is. I had a private blog for my writing these last months but it wasn't quite the same, so ... Hello? I have to change some things up, but see you in 2018.